Mit Sterbe- und Todeswünschen umgehen – Hospizliche Perspektiven auf den assistierten Suizid
Veranstaltung am 17. Oktober 2024 mit Prof. Dr. Andreas Heller:
Mit Sterbe- und Todeswünschen umgehen – Hospizliche Perspektiven auf den assistierten Suizid“
Am 17. Oktober 2024 fand die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Prof. Dr. Andreas Heller in der Reithalle Rastatt statt. Heller hat neben Theologie, Soziologie und Philosophie studiert und ist Experte im Bereich Palliative Care und Organisationsethik (Universität Graz), aber auch als Verleger, Autor, Referent und Berater bekannt. Etwa 130 Gäste kamen, um den Vortrag des Experten Prof. Heller zum Thema „Mit Sterbe- und Todeswünschen umgehen – Hospizliche Perspektiven auf den assistierten Suizid“ zu hören.

Herr Prof. Heller sprach fast 2 Stunden inklusive anschließender Diskussion. Der Raum war ganz in seinem Bann und still. Es war ein Genuss, einem so gebildeten Menschen zuzuhören, ihn zu erleben, der auf der anderen Seite gleichzeitig große Empathie und Wertschätzung gegenüber dem Publikum zeigte. Seine Sätze waren eingebettet in ein Wissen aus seinen verschiedenen Studiengängen und seiner langjährigen beruflichen Expertise. Gleichzeitig wurden sie in einen geschichtlichen und auch literarischen Zusammenhang gebracht. Dies geschah auch, indem er Suizide von berühmten – und auch unbekannten – Menschen im jeweiligen Umfeld und der entsprechenden Zeit näher beschrieb.
Obwohl das Bundesverfassungegericht mit seinem Urteil vom 20. 2. 2020 im freien Entschluss zur Selbsttötung eine verfassungsrechtlich gewährleistete Grundrechtsausübung sieht, die von Staat und Gesellschaft zu respektieren sei, wurden aus hospizlicher Sicht unter anderem folgende Gedanken vorgetragen:
„Hospiz heißt übersetzt: Herberge, Gastfreundschaft: Aufnahme eines Gastes um seines Selbstwillen.
Wenn mein Gast verzweifelt ist, so versuche ich in Kontakt zu treten und Beziehung aufzubauen.
Hospizarbeit heißt: Du kannst Dich auf mich verlassen, ich werde versuchen, Dich zu stärken.
Hospiz ist immer gewaltfrei. Während ein Suizid für die betroffene Person immer eine Gewalt gegen sich selber – aber auch gegen das Umfeld bedeutet.
Wenn es mir nicht gelingt, ein „erfolgreicher“ Gastgeber zu sein, so werde ich nicht verurteilen.“
Dies führte zu einer sehr interessanten und kontroversen Diskussion und Austausch im Anschluss zwischen dem Publikum und Herrn Prof. Heller.
Das Feedback der Gäste war einstimmig: ein ganz besonderer Abend mit sehr viel Tiefgang. Eine große Motivation und ein ganz besonderes Geschenk für die Ehrenamtlichen und alle die Menschen, die sich in der Hospizarbeit engagieren.